September 2010 - Newsletter des Bundesvorstandes
Master-Chaos an der Uni Köln
Leugnen hat keinen Zweck mehr. An der Universität zu Köln sind die ersten Früchte der bisherigen Verweigerungspolitik deutscher KultusministerInnen deutlich geworden. Ohne bundesweite Kalkulation und Kooperation sowie fehlendem Rechtsanspruch auf einen Master-Studiengang wird das Chaos beim Übergang vom Bachelor zum Master weiter eskalieren. Die Leidtragenden wären wieder einmal die Studierenden.
An der Universität zu Köln haben Anfang August gerade einmal ein Drittel der Bachelor-AbsolventInnen der Betriebswirtschaftslehre einen Master-Studienplatz erhalten. Über 600 AbsolventInnen waren nach ca. 800 StudienbeginnerInnen in diesem Jahrgang noch übrig. Die Hochschule hatte dabei oft beschwichtigt und vielen Studierenden einen Master-Studiengang nach dem Bachelor in Aussicht gestellt. Dieses Vertrauen konnte die Hochschule aber von Beginn an nicht einlösen: Gerade einmal 215 Master-Studienplätze bot sie überhaupt an, bundesweit 1700 Bewerbungen kamen für diesen Master-Studiengang an diesem Institut an.
Das Institut zog daraufhin ein Selektionsverfahren ein, das einzig und allein auf den NC beruht und mit der Note 1,9 das drastischste Beispiel im bundesweiten Vergleich darstellt. Die Folge waren zahlreiche Absagen. Zahlreiche Zukunftsperspektiven wurden damit verbaut, die Studierenden stehen ratlos buchstäblich auf der Straße.
Bis heute hat die Kultusministerkonferenz keine öffentlichen und verlässlichen Zahlen herausgegeben, die zeigen, wie viele Master-Studienplätze im Vergleich zu Bachelor-Studierenden denn bundesweit geschaffen wurden bzw. bereitstehen. Trotzdem behaupten die Kultusminister unentwegt, es stünden ausreichend Master-Studienplätze bereit und würden sogar teils nicht einmal abgerufen. Das Beispiel in Köln zeigt aber: Die Hochschulen sind auf den Ansturm der geburtenstarken Bachelor-Jahrgänge keinesfalls vorbereitet. Die Politik überlässt die Frage der Autonomie der Hochschulen, ohne ausreichend Mittel bereit zu stellen. So wurden vorderrangig Bachelor-Studienplätze geschaffen um der Nachfrage entgegenzukommen.
Die einzige Konsequenz aus diesen Problemen kann sein, dass endlich ausreichend Master-Studienplätze bereitgestellt werden. Nur so ist zu verhindern, dass einige wenige Master-Angebote anschließend überfüllt werden. Dazu müssen die Studierenden einen Rechtsanspruch auf einen Master-Studium nach dem Abschluss erhalten, nur so obliegt ihnen und nicht der Hochschule die freie Entscheidung über den weiteren Werdegang.
ABS ohne neue Geschäftsführung
Die ABS Vollversammlung tagte vom 20. bis 22.08. in Gießen. Da es zu wenig Kandidaten gab, konnte keine neue Geschäftsführung gewählt werden. Dies soll nun auf einer außerordentlichen Vollversammlung im November nachgeholt werden.
Die Vollversammlung des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren war reich an Diskussionen, leider auch um die Wahl einer neuen Geschäftsführung, die letztlich nicht stattfand. Dennoch geht die Arbeit voran.
Die Amtszeit der amtierenden Geschäftsführung endet zum 1. September, jedoch fand sich im Vorfeld nur ein einziger Interessent für dieses Amt, das nach einem Beschluss des ABS von zwei Personen versehen werden muss. Doch auch als sich eine zweite Interessentin fand, gab es Schwierigkeiten, da die Finanzlage derzeit zu unsicher ist, um der Geschäftsführung eine angemessene Aufwandsentschädigung zuzusichern. Man beschloss, auf die Wahl einer Geschäftsführung zu verzichten, und setzte hierfür eine außerordentliche Vollversammlung im November an. Derzeit arbeitet somit die alte Geschäftsführung weiter.
Arbeit gibt es genug, denn in Nordrhein-Westfalen kommt Bewegung in das Gesetzgebungsverfahren zur Abschaffung der Studiengebühren, ein Prozess, den das ABS begleiten möchte, um eine schnellstmögliche Abschaffung zu erreichen. Darüber hinaus laufen in Baden-Württemberg die Vorbereitungen auf den Landtagswahlkampf an, auch hier wird das ABS sich mit einer eigenen Kampagne einbringen.
fzs wählt neuen Vorstand
Auf der Mitgliederversammlung des studentischen Dachverbandes fzs wurde ein neuer Vorstand gewählt und das Arbeitsprogramm für das kommende Jahr beschlossen. Juliane Knörr, aktive Juso-Hochschulgrüpplerin und bereits im letzten Vorstand, wurde für eine weitere Amtszeit bestätigt.
Der studentische Dachverband ließ seine Mitglieder vom 06. bis 08.08. in Köln einen neuen Vorstand wählen, über aktuelle bildungspolitische Themen abstimmen und das Arbeitsprogramm für das kommende Jahr beschließen.
Die Mitgliederversammlung wählte aus den 7 Kandidatinnen und Kandidaten letztlich einen vierköpfigen Vorstand mit Florian Keller, Florian Pranghe, Moska Timar und Juliane Knörr. Juliane ist aktive Juso-Hochschulgrüpplerin und gehörte bereits dem letzten Vorstand des fzs an. Mit Florian Keller ist zudem ein ehemaliger Juso-Hochschulgrüppler, der vor zwei Jahren im fzs-Vorstand war, gewählt worden.
Daneben stimmte die Mitgliederversammlung für Anträge gegen Stipendien und für des Ausbau des BAföG, gegen die Exzellenzinitiative. Anträge des AStA Köln auf Unterstützung des fzs für das ABS wurden ebenfalls angenommen. Ebenfalls beschlossen wurde das Arbeitsprogramm, das unter anderem eine Kampagne zu Bildungsungerechtigkeiten vorsieht, die nun ausgearbeitet wird.
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